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Megaprojekt in Baku - Die Zeitraffer-Dokumentation des Crescent Development Project

  • Autorenbild: MK timelapse
    MK timelapse
  • 13. Aug. 2025
  • 6 Min. Lesezeit
Crescent Hotel bei Abendlicht in Baku

Über 10 Jahre Zeitraffer in Azerbaijan - Das Crescent Bay Projekt in Baku


Über das Projekt


Das Crescent Development Project, auch bekannt als The Crescent Bay, zählt zu den ambitioniertesten Stadtentwicklungsprojekten im gesamten Kaukasusraum. Es befindet sich im Herzen von Baku, der Hauptstadt von Azerbaijan, direkt an der Uferpromenade des Kaspischen Meeres.


Mit seinen markanten Hochhäusern, seiner modernen Architektur und der einzigartigen Lage am und auf dem Wasser steht das Projekt sinnbildlich für den rasanten Wandel, den das Land in den letzten zwei Jahrzehnten vollzogen hat.


Das Crescent Development Project wurde als architektonisches Wahrzeichen dieses Wandels entworfen. Es besteht aus drei zentralen Baukörpern: dem ikonischen Crescent Hotel in Halbmondform, das auf einer künstlichen Insel im Meer errichtet wurde, dem 210 Meter hohen Büroturm The Crescent City, sowie dem Wohn- und Einzelhandelszentrum The Crescent Place. Gemeinsam bilden sie ein neues Zentrum entlang der Küste.


Mit dem offiziellen Baubeginn im Jahr 2012 startete eines der technisch anspruchsvollsten Bauprojekte der Region. Besonders die Gründung des Hotels, bei der hunderte Pfähle bis zu 76 Meter tief in den Meeresboden eingebracht wurden, galt als ingenieurtechnische Meisterleistung. Heute prägt das Ensemble die Skyline von Baku und steht für die Zukunftsorientierung und Ambition einer aufstrebenden Nation.


Architektur mit Symbolkraft: Das Bogen-Hochhaus von Crescent Bay


Direkt vor der Küstenlinie von The Crescent Bay gelegen, entstand auf einer eigens angelegten künstlichen Insel ein einzigartiges Bauwerk: das Crescent Hotel, ein spektakuläres Hochhaus in Form eines aufgehenden Halbmondes. Mit seiner markanten Bogenform ist es das visuelle und symbolische Zentrum des gesamten Ensembles und Namensgeber des Projekts.


Bau des Crescent Hotels in Baku
Das untere Element des Bogens wird an Seilen in Position gehoben.

Die Form des Gebäudes erinnert an eine Sichel, die sich hoch über das Wasser spannt. Getragen wird der Bogen von zwei massiven, 32 Stockwerke hohen Türmen, die über eine zentrale Mittelstruktur miteinander verbunden sind. Diese Mitteltraverse – das verbindende Segment des Bogens – wurde nicht etwa vor Ort montiert, sondern zunächst am Boden vormontiert und dann mithilfe von Seilen und hydraulischen Hubsystemen zentimetergenau in Position gezogen. Diese technisch anspruchsvolle Hebeoperation erforderte millimetergenaue Koordination über mehrere Tage hinweg – zu sehen in unseren Zeitrafferaufnahmen.


Eine weitere große Herausforderung war die Gründung des Bauwerks im Wasser, an einem Ort, wo zuvor kein fester Baugrund existierte. Für die stabile Verankerung der Tragstruktur wurden hunderte Stahlbetonpfähle mit bis zu 76 Metern Tiefe in den Boden des Kaspischen Meeres gerammt – eine der größten Pfahlgründungen, die je in Azerbaijan realisiert wurden. Die Insel selbst wurde aufgeschüttet und stabilisiert, bevor die eigentliche Bauphase beginnen konnte.


Gründung des Crescent Hotel in Baku
Aufschüttung des Fundaments für das Crescent Hotel.

Auch architektonisch setzt das Gebäude neue Maßstäbe: Die Kombination aus Rundung, Höhe, und freitragender Mittelstruktur ist weltweit einmalig und macht das Crescent Hotel zum neuen Wahrzeichen der Stadt und der modernen Ingenieurskunst. Die Glasfassade reflektiert Licht und Wasser und verleiht dem Gebäude je nach Tageszeit eine andere Wirkung. Besonders bei Sonnenauf- und -untergang wird die Silhouette des Bogens zu einem markanten Element der Skyline von Baku – und zu einem beliebten Motiv der Touristen.


Während unseres über zehnjährigen Zeitraffer-Einsatzes lag der Fokus vor allem auf diesem zentralen Gebäude. Unsere Kameras hielten den Bau aus mehreren Blickwinkeln fest – von der Gründungsphase im Wasser bis zur Fertigstellung.

MK Zeitrafferkamera in Baku
MK Zeitrafferkamera auf der Crescent Bay Baustelle.

Unsere Zeitraffertechnik am Crescent Development Project


Die Dokumentation des Crescent Development Projects erstreckte sich über mehr als ein Jahrzehnt und unsere Technik wuchs mit dem Projekt mit. Von Anfang an war klar: Für diesen langen Zeitraum braucht es Systeme, die zuverlässig, robust und wartungsarm laufen können. Die eingesetzte Technik wurde in mehreren Phasen an den technischen Stand und den Fortschritt der Baustelle angepasst.


Phase 1 begann 2012 mit dem Aufbau von drei Kamerasystemen. Zum Einsatz kam damals noch unsere ersten Gehäusegeneration auf Basis von Canon G10 Kameras. Diese Systeme wurden direkt an hohen Lichtmasten auf dem Baugelände installiert und versorgten uns mit den ersten zuverlässigen Aufnahmen vom Projektstart. Eine zusätzliche Kamera wurde an einem Dock montiert und bot einen einzigartigen Blick vom Wasser auf das spätere Bogen-Gebäude.


Schon 2013 erfolgte der erste große technische Umbau. Die alten Gehäuse wurden durch eine neue, robustere Generation ersetzt – mit deutlich verbessertem Wetterschutz und integriertem Scheibenwischersystem. Als Kamera kam nun eine Panasonic mit einer Auflösung von 16 Megapixeln zum Einsatz. Die Datenübertragung erfolgte über eine selbst entwickelte SD-Schnittstelle. Dieser Schritt brachte nicht nur eine höhere Bildqualität, sondern auch eine deutliche Steigerung der Langzeitstabilität – vor allem in Bezug auf Betonstaub, Salzwasser und Sonneneinstrahlung am Kaspischen Meer. Besonders hervorzuheben ist auch, das diese Kamera erstmals einen verschleißfreien elektronischen Verschluss hatte, der eine Dokumentation über so lange Zeiträume erst möglich macht.


MK timelapse Techniker baut Zeitrafferkamera in Baku auf
MK timelpase Techniker auf der Baustelle in Baku.

Die finale dritte Phase startete 2018. Hier wurden alle Systeme erneut überarbeitet, mit neuer Steuerungstechnik und jetzt einer Olympus DSLR als optischer Einheit, die eine Auflösung von 40 Megapixeln bot.


Um den Bauprozess lückenlos abzudecken, arbeiteten alle Kameras dauerhaft mit einem Intervall von einem Bild pro Minute, was am Ende etwa sechs Millionen Bildern

-pro Perspektive- entsprach.


Die eingesetzten Wechselobjektive deckten unterschiedliche Blickwinkel ab – zwei Systeme mit je 60 Grad, eines mit einem Superweitwinkel von 135 Grad – ideal, um auch aus relativ kurzer Entfernung einen vollständigen Blick auf den Bogen zu haben.


Das Highlight des Bauprozesses war der spektakuläre Hebevorgang der Mitteltraverse des Bogen-Gebäudes. In enger Abstimmung mit der Baustellenleitung wurde das Aufnahmeintervall bei allen Systemen für mehrere Wochen auf ein Bild alle 10 Sekunden reduziert, um diesen einmaligen Moment mit maximaler Bilddichte und Genauigkeit zu dokumentieren.


Seit dem letzten Umbau im Jahr 2018 liefen alle Systeme nahezu wartungsfrei bis zur Fertigstellung des Projekts 2024. Die Versorgung mit Strom und Wasser für die Scheibenwischer wurde etwa alle 12 Monate von lokalen Partnern überprüft. Durch diese Kombination aus durchdachter Technik und lokalem Support konnten wir eine lückenlose und qualitativ hochwertige Dokumentation über zwölf Jahre hinweg sicherstellen und das Ergebnis kann sich sehen lassen.


Systeme

  • 3x MK V40

Auflösung

  • 40 Megapixel

Intervall

  • 1 Bild die Minute (Ausnahmen: Ein Bild alle 10 Sekunden)

Blickwinkel

  • 60 - 135 Grad

Besonderheiten

  • Mehrfache Modernisierung über 12 Jahre hinweg


Crescent Hotel im Gewitter

12 Jahre Dauereinsatz


Eine Baustelle über zwölf Jahre hinweg zu begleiten, bedeutet weit mehr als nur Kameras aufzustellen und regelmäßig Bilder zu sammeln. Es verlangt Anpassungsfähigkeit, Ausdauer und eine gute Portion Improvisationstalent.


Als wir 2012 mit dem Aufbau unserer ersten Systeme in The Crescent Bay begannen, befand sich das Land in einer Phase des wirtschaftlichen Aufbruchs. Azerbaijan boomte – aber viele Strukturen, wie wir sie aus Europa kennen, waren damals noch im Aufbau. Englisch sprach kaum jemand, viele der Teile, die wir für den Aufbau vor Ort besorgen wollten waren entweder nicht verfügbar oder extrem schwer aufzutreiben. Eines der besten Beispiele: Für notwendige Teile oder Zubehör zeigten wir dem Taxifahrer einfach ein Foto – und hofften, dass er uns irgendwohin fährt, wo es so etwas geben könnte. Nicht selten landeten wir dann in kleinen Werkstätten oder Märkten, die auf keine Weise online auffindbar gewesen wären.


Auch die Beschaffung einer passenden SIM-Karte für die Datenübertragung war ein Abenteuer für sich: Viele Anbieter im Land hatten 2012 noch keine eigenen Webseiten, Informationen waren rar, und die Freischaltung der Modems in den Mobilfunkroutern musste uns von staatlicher Stelle genehmigt werden.



Doch nicht nur die Anfangsbedingungen stellten uns vor Herausforderungen – auch über die Jahre hinweg blieb Flexibilität gefragt. Die Baustelle entwickelte sich, neue Gebäude entstanden, Zugänge wurden verlegt. Trotz dieser Veränderungen mussten unsere Kamerapositionen stabil bleiben, um eine durchgängige und vergleichbare Dokumentation zu gewährleisten. Zwei Mal haben wir in dieser Zeit die eingesetzte Kameratechnologie modernisiert – immer mit dem Ziel, Qualität und Ausfallsicherheit weiter zu verbessern und Wartungseinsätze zu minimieren.


Frühzeitig zeigte sich, dass der Standort direkt am Wasser für besondere Umwelteinflüsse sorgte: Dreck, Betonstaub und Salzwasser führten zunächst zu regelmäßigen Verschmutzungen der Frontscheiben. Mit der Umstellung auf ein neues Gehäuse inklusive automatischem Wischersystem ab 2013 war dieses Problem aber dauerhaft gelöst.


Trotz der langen Laufzeit war der Wartungsaufwand erstaunlich gering. Nach dem Umbau liefen unsere Systeme weitgehend autark. Ein lokaler Partner vor Ort kümmerte sich gelegentlich um das Nachfüllen von Wasser für das Wischersystem und kontrollierte in größeren Abständen die Stromversorgung – mehr war nicht nötig. So konnten wir über zwölf Jahre hinweg eine lückenlose Dokumentation des Crescent Development Projects durchführen – in einem Umfeld, das sich mindestens ebenso stark veränderte wie die Baustelle selbst.


Ein neues Wahrzeichen für Baku


Mit der Fertigstellung des ikonischen Bogen-Gebäudes im Jahr 2024 erreichte das Crescent Development Project seinen architektonischen Höhepunkt – und für uns bei MK timelapse ging ein besonderes Projekt zu Ende, das uns über ein ganzes Jahrzehnt hinweg begleitet hatte.


Besonders das sichelförmige Crescent Hotel stand im Zentrum unserer Arbeit – wir haben es aus verschiedenen Perspektiven dokumentiert, von der ersten Gründung im Wasser bis zum finalen Schließen des Bogens und die Fertigstellung der Fassade. Ein einzigartiges Monument, auf dessen gelungene Dokumentation wir richtig stolz sind.


Aus über 18 Millionen Einzelbildern ist ein Zeitrafferfilm entstanden, der bei der Eröffnung in Baku sogar den Präsidenten Azerbaijans Ilham Alijew und seine Frau Mehriban Arif qızı Əliyeva begeisterte (Hier auf YouTube zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=c_0s85G46u8 ). Für uns ist es ein besonderes Gefühl, diese Transformation über so viele Jahre hinweg begleitet zu haben – und nun das fertige Ergebnis mit der Öffentlichkeit teilen zu können.


Der fertige Film ist ab sofort auf unserem YouTube-Kanal verfügbar.


🎬 Jetzt ansehen: https://youtu.be/mp3UfNv0lGc



 
 
 

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